TVP Supersonic im „Überschall“ zur Sensation

Am ersten Tag der International Cheer Masters 2025, Österreichs größtem Cheersport-Wettkampf, gab es in der „Königsklasse“ neben dem Favoriten-Sieg der Danube Dragons auch eine dicke Überraschung. TVP Supersonic vom Turnverein Perchtoldsdorf schnappte sich im erst zweiten Jahr auf höchstem Level die Silbermedaille. Die Niederösterreicherinnen feiern gemeinsam mit 2.500 Athlet:innen und 4.000 Fans noch bis Sonntag-Abend beim Rekord-Event von Cheersport Austria – Vorgeschmack auf die Weltmeisterschaft inklusive!

„Unglaublich! Wir können uns keinen besseren Tag vorstellen“, jubelte TVP-Supersonic-Athletin Julia Maly mit der Silbermedaille um den Hals ins ORF-Mikrofon. „Es ist so ein schönes Gefühl, ich kann es gar nicht beschreiben. Die ganze harte Arbeit zahlt sich in diesem Moment aus.“ Mit einer fast fehlerfreien Performance hatte das Top-Team des TVP Union etwa zwei Stunden zuvor die Weichen für den größten Erfolg der Vereinsgeschichte gestellt. Etwas mehr als ein Jahr nach ihrem ersten Auftritt in der „Königsklasse“ (Senior All Girl Premier) ließ TVP Supersonic renommierte Formationen wie die Vikings Allstars (AFC Vienna Vikings/4.) oder die Raiderettes Sensation (SWARCO Raiders Tirol/5.) hinter sich – ein „Aufstieg“ in „Schallgeschwindigkeit“. Maly betont: „Es war auch ein Erfolg der Teamchemie. Wir haben so unglaublich viel investiert.“ Mit dem zweiten Platz ist TVP auch plötzlich ein Kandidat für eine Medaille bei den Sport Austria Finals powered by Österreichische Lotterien in Innsbruck.

Den Sieg in der höchsten Kategorie des Cheersports holten die favorisierten Fierce Dragons (Danube Dragons). Eine Woche nach dem Titel bei der Wiener Meisterschaft holten Nina Ringl und ihre Teamkolleginnen auch ICM-Gold: „Es war nicht einfach, denn ein Wettkampf ist immer mit Nervosität und Druck verbunden, es kann immer etwas passieren. Heute war das Schicksal auf unserer Seite. Wir freuen uns sehr“, so Ringl. Nachsatz: „Aber es geht noch besser!“ Bronze ging an die Royal Queens von den zur Saison 2025 neu gegründeten Graz Cheersport Royals. „Wir hatten sehr viele Ausfälle, deshalb ist die Leistung heute umso höher einzuschätzen“, analysiert Jessica Farthofer.

TVP Supersonic katapultieren sich nur ein Jahr nach ihrem Erstauftritt in die Medaillenränge der „Königsklasse“.

Milleniumdancers nutzten ICM auch als WM-Testlauf

Im Performance Cheersport überzeugten am Samstag die Formationen der Milleniumdancers. Während Anna Luisa Kiss und Nadine Widi im Bewerb Senior Double Pom hinter der italienischen Paarung von der S.S.D. Studio Vale als bestes heimisches Team Silber holten, gab’s für die Senior-Jazz-Formation konkurrenzlos Gold. Für „MD“ stand bei den International Cheer Masters aber vor allem die Vorbereitung auf die Weltmeisterschaft im Vordergrund. Bei dem in sechs Wochen stattfindenden Großereignis in Orlando (USA) gehen viele Athletinnen des Tanzsportvereins für das Nationalteam an den Start. Top-Platzierungen könnten dann in Reichweite sein. „Wir sind unglaublich zufrieden mit unserem Auftritt, haben uns im Vergleich zur Wiener Landesmeisterschaft klar gesteigert. Wir sind happy von der Matte gegangen“, erklärt Sophie Gneist aus dem Senior-Jazz-Team.

Auch die Cheersport-Athletinnen bestritten in Schwechat ihren letzten Wettkampf vor der Weltmeisterschaft. Für sie geht es aber in den kommenden Wochen noch darum, die gemeinsamen Nationalteam-Routines zu verfeinern. „Ich fliege zum ersten Mal nach Orlando. Ich freue mich, die Vibes zu spüren und die Energie aufzunehmen“, sagt beispielsweise Maly vom TVP Union Perchtoldsdorf.

„Generalprobe“ geglückt: Die Milleniumdancers sind bereit für die Weltmeisterschaft.

“Das ist der Oberhammer“

Insgesamt 182 Athlet:innen entsendet Cheersport Austria zu den ICU World Cheerleading Championships nach Florida (23. bis 25. April). In fünf Performance- und vier Cheersport-Kategorien gehen die Österreicherinnen auf Medaillenjagd. Vizepräsidentin Petra Gruber, die die sportliche Verantwortung trägt, gibt den rot-weiß-roten Fans Grund zur (Medaillen-)Hoffnung: „Schon die Landesmeisterschaften, aber vor allem die bisherigen Auftritte bei den ICM, haben gezeigt, dass sich alle Vereine sportlich weiterentwickelt haben. Die Weltmeisterschaft kann kommen.“ Laut der Vizepräsidentin seien Top-5-Platzierungen „und hoffentlich auch die ein oder andere Medaille“ realistisch. Am 6. April werden die neun Nationalteams im Rahmen eines „Showcase“ in Wien offiziell verabschiedet.

Zumindest bis Sonntag-Abend ist die WM aber noch eine (leise) Zukunftsmusik. Die (laute) Gegenwart heißt International Cheer Masters. Während am Nachmittag noch die “Next Generation” der Cheersport-Vereine mit zahlreichen beeindruckte, fällt das Zwischenfazit von Präsidentin Julia Harrer ausgesprochen positiv aus. „Wir sind sehr stolz, dass die Übersiedlung ins Multiversum gelungen ist. Wie der gesamte Cheersport ist auch diese Veranstaltung in wenigen Jahren extrem gewachsen. 122 Teams mit 2.500 Athlet:innen und 4.000 Fans an zwei Tagen – das ist nur mit der Hilfe von täglich rund 70 Volunteers und einem großartigen Organisationsteam zu stemmen.“ Die Halle biete den idealen Rahmen für das größte Cheersport-Event des Jahres. „Das Ambiente im Multiversum sucht seinesgleichen und wir können den Athlet:innen die verdiente Bühne für ihre Auftritte bieten“, unterstreicht die Präsidentin.

Auch die Athlet:innen feiern das „neue Gewand“ der ICM. Farthofer (GCR) fand vor allem Gefallen an der Lichtshow im Multiversum. „Es ist der Oberhammer! Die Zuschauerränge sind abgedunkelt, das gesamte Spotlight ist auf die Matte gerichtet. Das gab es so im österreichischen Cheersport noch nie.“

Spotlight on: Einzigartiges Ambiente für die Cheersport-Teams, wie die Danube Dragons.

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