Long Beach-Flair in Tirol! Was in den 1950er Jahren in Kalifornien mit einem Holzbrett und Rädern aus Ton begann, ist heute Weltsportart. Skateboarding feierte in Tokio Olympia-Premiere, Contests boomen seither wieder in aller Welt. So auch in Österreich, wo im Rahmen der Sport Austria Finals powered by Österreichische Lotterien (18. bis 22. Juni 2025) die besten heimischen Skater:innen zum zweiten Mal auf Titeljagd gehen.
„Die Sport Austria Finals bieten die Bühne – und wir bringen den Skateboard-Spirit! Ich bin überzeugt, dass die Kombination auch in diesem Jahr wieder herausragend funktionieren wird“, so Rollsport Austria-Generalsekretär Bernhard Zainzinger. Im Herzen der Tiroler Landeshauptstadt werden die Meistertitel im Street-Bewerb vergeben. Die Kurse ähneln dabei Städten und deren Infrastruktur – Elemente wie Treppen, Bordsteine, Bänke und Geländer inklusive!
Rollsport Austria ist seit der ersten Ausgabe der Sport Austria Finals in Graz mit Speedskating und Inline-Hockey dabei, seit Innsbruck 2024 auch mit Skateboarding. Die Skatehalle Innsbruck wird von 18. bis 22. Juni 2025 aber nicht nur Schauplatz für Ollies, Kickflips und Co., sondern auch zur Bühne für die „Next Generation“. Neben Julia Placek, die beim European Youth Olympic Festival 2023 in Maribor schon erste olympische Erfahrungen gesammelt hat, dürfen sich Sportbegeisterte unter anderen auf Fabian Seraji freuen. Der Wiener gilt als eines der Super-Talente in der globalen Skate-Szene – und träumt im zarten Alter von 10 Jahren schon groß: „Ich war bereits bei einigen internationalen Contests dabei, natürlich würde ich gerne irgendwann zu den Olympischen Spielen fahren – und dann am liebsten gewinnen!“
Während der Corona-Pandemie hat der Youngster Gefallen am Skatesport gefunden. Bereitsnach den ersten Versuchen im Innenhof seiner Wohnanlage im 17. Wiener Gemeindebezirk war klar: die Magie, die vom Board auf vier Rollen ausgeht, macht süchtig. „Ich habe mich von Anfang an wohl gefühlt und gleich gemerkt, dass ich schnell besser werde. Nach dem Lockdown war ich dann auch in den Hallen unterwegs – und lernte die Community besser kennen. Diese Stimmung begeistert mich bis heute“, so der Erstklässler des Gymnasiums Geblergasse. Apropos Schule: Buch sticht Brett. „Meine Ausbildung steht an erster Stelle und ist auch irgendwie zum Hobby geworden. In meiner Freizeit beschäftige ich mich mit Physik und Chemie und mache kleine Experimente mit meinem Vater.“
Seinem kreativen Drang verleiht Seraji aber nicht nur auf dem Skateboard Ausdruck. Einmal die Woche steht Klavierunterricht am Programm. „Das ist ein guter Ausgleich zum Sport! Ich liebe es, Musik zu machen.“
Lifehack(l): Skate-Legende als Nationaltrainer verpflichten
Die „jungen Wilden“, wie Zainzinger seine Schützlinge nennt, trainieren in Mödling mit Skateboard-Legende Roman Hackl. Der 51-Jährige war hierzulande der Erste, der weltweite Bekanntheit auf dem Skateboard erlangte. Er war Europameister, Weltmeister, holte bei den europäischen X-Games Gold und flog als erster Österreicher zu den globalen X-Games in die USA, wo er 2001 immerhin Zwölfter wurde.
Vor allem aber ist er eines: Förderer der Skateboard-Kultur in Österreich. In seiner Rolle als Nationaltrainer treibt er unter anderem die Entwicklung des Nachwuchses voran: „Die Dichte in der Jugend ist in den letzten Jahren extrem gestiegen. Ich versuche sie auf ihrem Weg bestmöglich zu begleiten und dabei zu unterstützen ihren ganz persönlichen Stil zu finden. Mit Fabian und Julia haben wir zwei echte Kandidat:innen für die Zukunft – ich bin überzeugt, dass sie ihren Weg gehen und ganz weit kommen werden!“
Auch Fabian Seraji schwärmt von der Zusammenarbeit: „Wie es im Skateboarding üblich ist, bin ich lange ohne richtigen Trainer ausgekommen. Jetzt trainiere ich mit Roman und merke, wie viel es mir bringt. Auch von Julia kann ich viel lernen, wir treffen uns öfters zum gemeinsamen Training in Mödling.“
Ob es bei seinem ersten Finals-Antritt schon für den Titel reicht, wagt der Nachwuchs-Boarder zu bezweifeln: „Mit Santino (Exenberger, Vorjahres-Sieger; Anm.) und Kris (Havaux, Vorjahres-Dritter; Anm.) sind wahrscheinlich sehr gute Leute mit mehr Erfahrung am Start. Ich will gute Runs zeigen und die Veranstaltung genießen!“