Youngsters blieben trotz Fan-Ansturms cool

Knapp 2.000 Sitzplätze waren nicht genug!

Aufgrund des Fan-Ansturms am zweiten Wettkampf-Tag der International Cheer Masters (ICM) legte Cheersport Austria kurzerhand noch einmal 500 Stehplatz-Tickets auf. Das schon am Samstag bummvolle Multiversum Schwechat platzte bei den Auftritten der „Next Generation“ am Sonntag also endgültig aus allen Nähten. 

„Wir sind sehr stolz, dass das Event auch nach der Übersiedlung nach Schwechat so gut angenommen wird. Im Multiversum können wir nicht nur unseren Athlet:innen die Bühne bieten, die sie verdienen, sondern endlich auch die große Nachfrage nach Tickets bedienen“, unterstreicht Cheersport-Austria-Präsidentin Julia Harrer. Mit Rekordzahlen von 122 teilnehmenden Teams, rund 2.500 Athlet:innen und 4.000 Fans stellen die ICM hinsichtlich ihrer Dimensionen alle übrigen Wettkämpfe in den Schatten. „Wie der gesamte Cheersport ist auch diese Veranstaltung in wenigen Jahren extrem gewachsen. Die ICM sind nur mit der Hilfe von täglich rund 70 Volunteers und einem großartigen Organisationsteam zu stemmen. Unser bislang größtes Cheersport-Fest war ein voller Erfolg und die gesamte Cheersport-Familie hat dazu beigetragen“, bedankte sich Harrer vor allem auch bei den freiwilligen Helfer:innen.

Professionelle Rahmenbedingungen für sportliche Höchstleistungen

Für das erste große Saisonhighlight – im April stehen noch die Weltmeisterschaften auf dem Programm, im Juni die Sport Austria Finals – hatte sich Cheersport Austria etwas ganz Besonderes einfallen lassen. Erstmals blieben die prallgefüllten Zuschauerränge komplett unbeleuchtet. Die Athlet:innen standen somit im Fokus des „Spotlights“, das ausschließlich auf die Matte gerichtet war. Das Experiment fruchtete und hatte nicht nur „visuelle“ Effekte. Das Licht-Setup half den Athlet:innen auch, sich noch besser auf ihre Routines zu fokussieren – und das hat sich in den Leistungen niedergeschlagen. 

Ein Highlight des zweiten Wettkampf-Tages, der fast ausschließlich den besten Nachwuchs-Teams des Landes vorbehalten war, war das erste Saisonduell der Classy Dragons (Danube Dragons) und der Royal Dynasty (Graz Cheersport Royals) auf dem höchsten Youth-Level (12 bis 14 Jahre). Im Vorjahr holten die beiden Teams – die Grazerinnen damals noch als Graz Giants – EM-Gold bzw. -Silber. 

Cheersport Austria – International Cheer Masters, 16.03.2025, Schwechat, Austria. (Photo: Michael Meindl)

Dragons meistern hohen Schwierigkeitsgrad ihrer Routines

Die Europameisterinnen aus Wien ließen schlussendlich mit einer insgesamt sehr gelungenen und vor allem mit hohem Schwierigkeitsgrad behafteten Routine keine Zweifel über Gold aufkommen. Hinter den Classy Dragons lagen mehrere Teams fast gleichauf. Die Grazerinnen von Royal Dynasty (Graz Cheersport Royals) setzten sich im Kampf um Silber ganz knapp vor TVP Supernova (TVP Union) durch. Die Vikings Evolaxy (AFC Vienna Vikings) wurden Vierte.

Wenig später zogen die schwarz-goldenen Vereinskolleginnen in der höchsten Juniorinnenen-Klasse (14-17 Jahre) ebenfalls mit einer Goldmedaille nach. Platz zwei hinter den siegreichen Unique Dragons ging im Junior All Girl Elite an die Royals Ladies und damit neuerlich an die Graz Cheersport Royals. Die Vikings Infinity (AFC Vienna Vikings) gewannen Bronze vor TVP Legacy (TVP Union). „Es waren harte Monate, da wir stets mit Verletzungen und damit verbundenen Ausfällen zu kämpfen hatten. Als Team haben wir aber keine Minute ans Aufgeben gedacht, sondern haben noch härter an uns gearbeitet und noch sind noch stärker als Team zusammengewachsen”, sagt Leonie Studeny, Athletin und Kapitänin der Unique Dragons.

In den niedrigeren Altersklassen gab es schon am Vormittag Siege des TVP (Primary All Girl Intermediate), der Dragons (Primary All Girl Median) und der SWARCO Raiders (Open Age Intermediate). Im Bewerb Youth All Girl Median feierte der neu gegründete Alpine Cheer Club Rum den ersten Titel bei einer bundesweiten Meisterschaft in seiner Vereinsgeschichte. Premieren-Gold bei der ICM eroberte auch der neue Tanzsportverein Black Fire Cheer & Dance(Peewee Double Hip Hop). 

Grund zum Jubeln hatten zudem die Mighty Wings (Red Wings Cheerleader). Die Wienerinnen nutzten nach einer nicht einwandfreien Landesmeisterschaft die „zweite Chance“ bei den ICM und schafften mit über 62,5 Punkten noch die Qualifikation für die Sport Austria Finals powered by Österreichische Lotterien. In Innsbruck krönt Cheersport Austria am 19. Juni seine (Staats-)Meisterinnen. Mit dabei sind dann auch die Pirates Revolution (Pirates Cheerleading), die am Sonntag die einzige ausgetragene Seniors-Kategorie (Senior All Girl Elite) vor ACC Blackout(ACC Rum) gewannen.

ICM-Gold für die amtierenden Europameisterinnen: Die Classy Dragons waren nicht zu schlagen.

Spektakel auf dem Performance-Cheer-Floor und durch Nationalteam-Stunts

Reichlich Action booten die Youngsters am Sonntag auch auf dem Performance-Cheer-Floor. Einen Tag nach ihren Spitzenplatzierungen in den Senior-Pom-Bewerben, dominierten die Milleniumdancers auch mit den Juniors (Gold) und Peewees (Silber als bestes österreichisches Team) die Pom-Kategorien. Open Age Pom ging an die SWARCO Raiders. Im Junior Jazz hatte „MD“ wieder die Nase vorne und setzte sich gegen die Premium Dancers durch – die wiederum mit Gold (Peewee Hip Hop) und Bronze (Junior Pom und Youth Pom) ihren Medaillensatz an diesem Wochenende komplettierten.

Die besten Medaillensammler bei den diesjährigen ICM waren bei ihrer ersten ICM die Graz Cheersport Royals mit siebenmal Edelmetall (2x Gold, 3x Silber, 2x Bronze). “Wir sind unglaublich stolz auf unsere Athlet:innen und Coaches. Sie haben an den beiden Tagen trotz zahlreicher Ausfälle unglaubliches geleistet”, sagt Royals-Obfrau Sophie Ziegler. Die Reise von “GCR” hat jedoch gerade erst begonnen. “Wir gehen jetzt in die Vorbereitung für die Sport Austria Finals, werden noch härter arbeiten und freuen uns auf Innsbruck”, so Ziegler.

Wie man es auch dreht und wendet: Die Graz Cheersport Royals waren mit sieben Medaillen top!

Die Danube Dragons waren mit fünf Goldmedaillen und einer Silbermedaille am erfolgreichsten, auch TVP Union (1x Gold, 3x Silber, 2x Bronze) und die Milleniumdancers (3x Gold, 2x Silber, 1x Bronze) holten sechs Medaillen. “Die diesjährigen ICM waren ein Erfolg für uns als Unique, aber auch für den gesamten Verein. Danke an dieser Stelle an alle Coaches, Leitungen und helfende Hände – ohne sie wäre der Erfolg nicht möglich gewesen“, so Studeny.

Den krönenden Abschluss der zweitägigen Cheersport-Show lieferten drei Stunt-Doubles des österreichischen Coed-Nationalteams. Die Paarungen der gemischten Cheersport-Austria-Auswahl überzeugten mit spektakulären Einlagen und zeigten ihre WM-Form. Das Coed-Team strebt bei den ICU World Cheerleading Championship in Orlando (23. bis 25. April) als letzte rot-weiß-rote Formation den Sprung aufs höchste Level an. Allen anderen Cheersport-Teams gelang der Aufstieg bereits in den vergangenen Jahren. Obwohl die Luft damit automatisch „dünner“ geworden ist, zeigt sich Petra Gruber zuversichtlich. „Schon die Landesmeisterschaften, aber vor allem die Auftritte bei den ICM, haben gezeigt, dass sich alle Vereine und damit auch die Athlet:innen sportlich weiterentwickelt haben. Die Weltmeisterschaft kann kommen.“ Laut der Vizepräsidentin seien Top-5-Platzierungen „und hoffentlich auch die ein oder andere Medaille“ realistisch. Am 6. April werden die neun Nationalteams im Rahmen eines „Showcase“ in Wien offiziell verabschiedet. Ob die einzigartige Stimmung der höchst erfolgreichen International Cheer Masters 2025 dann zu toppen ist? Challenge accepted! 

Egal ob bei den Seniors oder im Nachwuchs-Bereich – die Milleniumdancers schaffen den Spagat.

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